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Die optimale Ernährung - Teil 2

Die optimale Ernährung - Teil 2

Falls du Teil 1 noch nicht gelesen hast findest du ihn hier.

Esst Lebensmiitel.

Mancher fragt sich jetzt vielleicht "Was denn sonst?" und wir müssen uns zunächst einmal klarmachen, was genau damit gemeint ist.

 

Laut Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (Lebensmittelbasisverordnung) zum Lebensmittelrecht zählen zu den Lebensmitteln "... alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden." (Artikel 2), also so ziemlich alles, was in irgendeiner Weise als zum Verzehr geeignet erachtet wird, ohne Berücksichtigung des Nährwerts und der Auswirkungen auf den Organismus.

 

Demgegenüber unterscheidet etwa die klassische Vollwertkost zwischen Lebens- und Nahrungsmitteln, wobei nur solche Nahrungsmittel als Lebensmittel bezeichnet werden, deren natürlicher Nährstoffgehalt weder durch Erhitzen noch durch sonstige Konservierungs- oder Verarbeitungsprozesse gemindert wurde. Nahrungsmittel, die dieses Kriterium nicht erfüllen, gelten als nicht mehr "lebendig" und somit weniger wertvoll und werden daher lediglich als Nahrungsmittel bezeichnet.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Begriff Lebensmittel ein ganzes Spektrum umfasst von "frisch geerntet direkt in den Mund" (unverarbeiteter Zustand) bis hin zu "kann man das überhaupt essen?" (stark verarbeiteter Zustand), wobei ein Lebensmittel umso gesünder ist, je weiter links es sich in diesem Spektrum befindet, also je frischer und naturbelassener es ist.

 

Wenn Michael Pollan von Lebensmitteln spricht, dann meint er damit "echte Lebens-Mittel", also Lebensmittel am linken Rand des Spektrums. Am rechten Rand des Spektrums finden sich hochverarbeitete Produkte, die kaum oder keinerlei Mikronährstoffe enthalten und allenfalls noch Kalorien liefern - und manchmal nicht einmal mehr das (z.B. Coke Zero). Diese nennt Michael Pollan nahrungsmittelähnliche Substanzen, während Dr. Joel Fuhrman von Frankenfood spricht und dessen (tödliche) Auswirkungen auf unsere Gesundheit gar als Völkermord bezeichnet (Joel Fuhrman, M.D., Fast Food Genocide: How Processed Food Is Killing Us and What We Can Do About It. *).

Wie erkenne ich echte Lebensmittel?

Dass Äpfel, Kartoffeln oder brauner Reis zu den echten Lebensmitteln gehören, dürfte jedem klar sein. Doch wie sieht es bei anderen Dingen aus, zum Beispiel beim Müsli? Besteht es nur aus Vollkorngetreideflocken, Nüssen und Rosinen oder anderen Trockenfrüchten, so zählen wir es zu den echten Lebensmitteln. Anders verhält es sich dagegen bei einem Schokomüsli, das nicht nur reinen Kakao sondern Schokostückchen enthält, denn diese dürften in den allermeisten Fällen gezuckert sein, was übrigens für die meisten Frühstückscerealien gilt. Hier lautet die Empfehlung, sich das Müsli lieber selbst zu mischen. Vollkorngetreideflocken sind zwar auch bereits verarbeitet (es handelt sich dabei um gequetschte Getreidekörner), allerdings nur wenig und beim Verarbeitungsprozess werden keine wertvollen Inhaltsstoffe entfernt, so dass sie unseren Anforderungen an ein vollwertiges Lebensmittel genügen.

 

Doch wie erkenne ich nun allgemein echte Lebensmittel?

 

Auch hier kann uns Michael Pollan behilflich sein. Er hat ein ganzes Buch* mit einfachen Antworten auf diese Frage geschrieben. Einige davon hast du bestimmt schon gehört, wie zum Beispiel diese:

  • Iss nichts, was deine Großmutter nicht als Essen erkannt hätte.

Inzwischen muss man wohl eher schon Urgroßmutter sagen. Mir gefällt die folgende Regel, die mit der Doppelbedeutung des englischen Worts plant spielt, besonders gut:

  • Wenn es von einer Pflanze (engl. plant) kommt, iss es. Wenn es in einer Fabrik (engl. plant) hergestellt wurde, nicht. (If it came from a plant, eat it; if it was made in a plant, don't.)

Weitere Anhaltspunkte können sein:

  • echte Lebensmittel sind unverpackt oder könnten es zumindest sein (Obst und Gemüse ist im Supermarkt leider oft verpackt)
  • sie benötigen keine Zutatenliste
  • sie haben nur wenige Zutaten (Ausnahmen können beispielsweise Gewürz- und Kräutermischungen sein, hier solltest du die Zutatenliste genau lesen um auszuschließen, dass unnötige Zutaten wie Zucker, Salz, Farb- und Konservierungsstoffe, Aromen usw. enthalten sind)
  • sie enthalten keine unaussprechlichen, dir nichts sagende Zutaten
  • für echte Lebensmittel wird keine Werbung gemacht

Im Zweifelsfall gilt: nicht kaufen oder essen.

 

Ideal wäre es nun, nur unverarbeitete Lebensmittel zu kaufen und diese zu Hause selbst weiterzuverarbeiten. Dies wird im Alltag aber wohl den allerwenigsten immer gelingen. Unser Ziel ist daher:

Iss möglichst viele naturbelassene Lebensmittel und vermeide stark verarbeitete Produkte.

So wie jede große Reise mit einem kleinen Schritt beginnt, so ist jeder Schritt in diese Richtung ein bedeutender Schritt auf deinem Weg zu einer gesünderen Ernährung. Ich möchte dir noch eine wichtige Strategie mit auf den Weg geben, die es dir leichter macht, weil sie die Sichtweise umkehrt: Nicht weniger verarbeitete Produkte, sondern mehr unverarbeitete. Denn je mehr unverarbeitete Lebensmittel du verzehrst, desto weniger Platz bleibt für die anderen. Diese verschwinden mit der Zeit ganz von allein aus deinem Speiseplan, du wirst es vielleicht nicht einmal bewusst merken.

 

Und alle, die vielleicht ein paar überflüssige Pfunde verlieren möchten, dürfte es freuen, dass diese ganz nebenbei und ganz von alleine schwinden, wenn keine verarbeiteten Nahrungsmittel gegessen werden. Und auch alle anderen dürfen sich freuen. Es kann nämlich nach Herzenslust geschlemmt werden, ohne dass du dir Sorgen um deine Figur machen musst. Falls du das Gefühl hast, mit dem Essen gar nicht mehr nachzukommen, einfach mehr Nüsse, Saaten oder auch mal eine Avocado essen.

 

Hier geht es weiter zu Teil 3.

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